Ursachen und Symptome der Weißmuskelkrankheit bei Nutztieren

Ursachen und Symptome der Weißmuskelkrankheit bei Nutztieren

Weiße Muskelkrankheit bei Nutztieren (white‑muscle disease) ist eine schwere Stoffwechselstörung, die häufig bei Kälbern und Jungtieren auftritt und durch einen Mangel an Vitamin E und Selen verursacht wird. Dies führt zu einer Degeneration und Verhärtung der Skelettmuskulatur, was die Bewegungsfähigkeit beeinträchtigt. Vemedim bietet einen Überblick über die Pathomechanismen, frühe Erkennungssymptome sowie praktische Präventions- und Behandlungsmöglichkeiten, um Tierhaltern eine proaktive Betreuung ihrer Herde zu ermöglichen.

Ursachen der weißen Muskelkrankheit 

Die weiße Muskelkrankheit (White Muscle Disease - WMD) ist eine häufige ernährungsbedingte Muskelerkrankung bei Ziegen-, Kalb- und Jungtieren, die durch einen Mangel an Selen oder Vitamin E entsteht. Diese beiden Nährstoffe sind wichtig, um den Körper vor oxidativem Stress zu schützen und die normale Muskelfunktion aufrechtzuerhalten.

Die Krankheit betrifft nicht nur die Skelettmuskulatur, sondern kann auch das Herz- und Zwerchfellmuskelgewebe beeinträchtigen, was zu schwerwiegenden Folgen wie Atemnot oder plötzlichem Tod führen kann. Daher ist das Verständnis der Ursachen, Symptome und Präventionsmaßnahmen der weißen Muskelkrankheit für Tierhalter von großer Bedeutung.

Der Mangel an diesen beiden Nährstoffen führt zu Muskeldegeneration, die sich deutlich durch weiße Streifen in den Muskeln, Verkalkungszeichen und Immunzellinfiltration zeigt. Die Krankheit tritt häufig auf, wenn Jungtiere beginnen, sich auf der Weide mehr zu bewegen oder sich schnell entwickeln.

Die weiße Muskelkrankheit ist bei Kälbern verbreitet, wenn ein Mangel an Selen und Vitamin E die Bewegungsfähigkeit beeinträchtigt

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Häufige Symptome der weißen Muskelkrankheit 

Die weiße Muskelkrankheit tritt meist bei Jungtieren im Alter von 1 Woche bis 4 Monaten auf, besonders bei schnell wachsenden Tieren oder solchen, die gerade auf die Weide entlassen wurden. Folgende Anzeichen können beobachtet werden:

  • Müdigkeit, Trägheit, wenig Bewegung: Jungtiere wollen nicht aufstehen oder sich bewegen, liegen viel.
  • Steife Haltung: Körper steif, Haltung wie ein Holzpferd oder auf dem Rücken liegend, Schwierigkeiten beim Beugen und Strecken der Beine.
  • Verhärtete und schmerzhafte Muskeln bei Berührung: Besonders an den Hinterbeinen und am Rücken; die Muskeln können blass sein und weiße Streifen aufweisen.
  • Beeinträchtigung von Herz- und Atemmuskulatur: Wenn Herz- oder Zwerchfellmuskulatur betroffen sind, kann es zu plötzlichem Tod kommen.

Außerdem können Muttertiere mit Selenmangel Nachgeburtsreste behalten, was ein indirektes Warnzeichen für Selenmangel in der Herde ist.

Die weiße Muskelkrankheit verursacht bei Kälbern Müdigkeit, Trägheit, wenig Bewegung, steife Muskeln und Schwierigkeiten beim Beugen der Beine

Diagnose der weißen Muskelkrankheit

Zur Diagnose der WMD sollten Tierhalter klinische Beobachtungen mit ergänzenden Laboruntersuchungen kombinieren.

Klinische Beobachtung

  • Überprüfung des Gangbildes, der Haltung und der Bewegungsfähigkeit. Vergleich beider Körperseiten zur Erkennung von Asymmetrien.
  • Untersuchung der Muskeln an Hinterbeinen, Rücken, Zwerchfell und Herz (wenn möglich).
  • Erkennung blasser Muskeln oder weißer Streifen in den Muskelbündeln.

Blutuntersuchungen

  • Creatinphosphokinase (CPK): Stark erhöht bei Tieren mit WMD, was auf Muskelschäden hinweist.
  • Selen und α-Tocopherol im Serum: Selen < 0,05 ppm und Vitamin E < 2 ppm sind Anzeichen für Mangel.
  • Glutathionperoxidase (GSH-PX): Aktivität < 20 Einheiten/mg Hämoglobin zeigt schweren Selenmangel an.

Obduktion

  • Blasse Muskeln mit weißen Streifen.
  • Schäden am Herz- oder Zwerchfellmuskel möglich.
  • In einigen Fällen diffuse Muskeldegeneration oder Muskelnekrose.
Die weiße Muskelkrankheit sollte frühzeitig erkannt werden, um rechtzeitig eingreifen und Schäden für den Tierhalter minimieren zu können

Prävention und Behandlung der weißen Muskelkrankheit 

Zur Vorbeugung ist es wichtig, dass Jungtiere ausreichend mit Selen und Vitamin E über die tägliche Fütterung versorgt werden.

Supplementierung über das Futter

Die langfristig sicherste Methode ist die Gewährleistung einer ausreichenden Zufuhr von Selen und Vitamin E über die Ration:

  • Selen: 0,1-0,3 mg/kg Trockensubstanz (TS), maximal 5 mg/kg TS. Es kann in anorganischer Form (Natriumselenit, Natriumselenat) oder organischer Form (Selenomethionin, Selenocystein – bessere Aufnahme) zugeführt werden.
  • Vitamin E: 25-35 IE/kg TS für gesunde Ziegen; in Stressphasen kann die Dosierung auf 400-500 IE/Tag erhöht werden.
  • Zusatz von Vemedim Calphovit (GSGC) im täglichen Futter zur Ergänzung von Vitaminen, Mineralstoffen, nützlichen Bakterien und Verdauungsenzymen, um Durchfall und Wachstumsstörungen bei Jungtieren zu reduzieren.

Hinweis: Niedrige Selenwerte im Boden und in Pflanzen, schlechte Futterlagerung oder hohe Eisen-/Schwefelmengen beeinträchtigen die Selenaufnahme.

Supplementierung durch Injektion

  • Verwendung von Kombinationspräparaten aus Selen und Vitamin E (BO-SE, MU-SE) zur Prophylaxe oder akuten Behandlung bei Jung- und ausgewachsenen Tieren.
  • Langsam freisetzende Selen-Tabletten sind eine gute Option in selenarmen Regionen.
  • Die Dosierung und der Zeitpunkt der Injektion sollten in Absprache mit dem Tierarzt festgelegt werden.
Die wichtigste Maßnahme zur Vorbeugung der weißen Muskelkrankheit ist die tägliche Beachtung der Ernährung der Nutztiere

Die Prävention der weißen Muskelkrankheit erfordert eine sorgfältige Ernährung (ausreichende Versorgung mit Selen und Vitamin E), die Auswahl gesunder Zuchttiere, ein gutes Stallmanagement und regelmäßige Gesundheitskontrollen der Herde. Wenn Tierhalter diese Maßnahmen konsequent umsetzen und technische Unterstützung in Anspruch nehmen, wird die Herde besser geschützt, was zu höherer Produktivität, geringeren Verlusten und einer verbesserten Wirtschaftlichkeit des Betriebs beiträgt. Kontaktieren Sie Vemedim für eine individuelle Beratung, wenn Sie Unterstützung benötigen!