Einführung
Neue Erkenntnisse zeigen die Rolle von Lactylaten, die Ester aus Milchsäure und ausgewählten mittelkettigen Fettsäuren sind, um eine überlegene Leistung bei Nutztieren ohne den Einsatz von Antibiotika zu erzielen.
Die Zusammenfassung, verfasst von Nico Kors (7/2019) im Magazin allaboutfeed.net mit dem Titel „A holistic approach to enhanced gut health“, behandelt die Bedeutung der Darmgesundheit und die Anwendung ganzheitlicher Lösungen, insbesondere den Einsatz von Lactylaten in der Fütterung, um Krankheiten vorzubeugen, die Darmgesundheit und Leistung der Tiere zu verbessern, den Antibiotikaeinsatz zu reduzieren und sichere Lebensmittel zu produzieren. Der Inhalt des Artikels ist im Folgenden zusammengefasst.
Die Rolle der Darmgesundheit
In den letzten Jahren ist das Bewusstsein für die negativen Auswirkungen des Antibiotikaeinsatzes bei Tieren sowie das öffentliche Interesse weltweit an der Abhängigkeit der Industrie von Antibiotika zur Wachstumsförderung und Antibiotikaresistenzen exponentiell gestiegen. Dies führte zu gesetzlichen Beschränkungen in der Europäischen Union und einer Neubewertung des Einsatzes in den USA. Die Eliminierung von Antibiotika stellt jedoch erhebliche Herausforderungen für die Tierhalter dar. Dazu gehören ein erhöhtes Krankheitsrisiko, mit einer höheren Anzahl von Clostridien-Fällen bei Geflügel, verschlechterte Tiergesundheit und sogar Todesfälle. In anderen Fällen wirkt sich die Reduktion von Antibiotika kontraproduktiv aus, da einige Geflügel- und Schweinepopulationen zusätzliche Antibiotikabehandlungen benötigen, um Krankheiten zu bewältigen. Daher ist die Kontrolle der Tiergesundheit zu einer täglichen Herausforderung geworden, wobei Tierhalter und Futtermittelhersteller nach Alternativen suchen, die gesunde Tiere fördern, ohne Leistung und Lebensmittelsicherheit zu beeinträchtigen.
Warum ist optimale Darmgesundheit wichtig?
Darmgesundheit wird in der Tierernährung zunehmend wichtiger, da sie eine entscheidende Rolle für Gesundheit, Leistung und den Gesamtertrag der Tiere spielt. Obwohl es keine klare Definition von „Darmgesundheit“ gibt, sind sich Experten einig, dass sie mehrere physiologische und funktionelle Merkmale umfasst, die für eine optimale Leistung der Tiere unerlässlich sind. Dazu gehören Verdauung und Aufnahme von Nährstoffen, der Stoffwechsel des Wirts, ein ausgewogenes Darmmikrobiom, die Schutzbarrierefunktion und die Immunantwort. Daher ist es wichtig, das Zusammenspiel dieser vielfältigen Merkmale zu verstehen, um die Tierproduktion effektiv zu steuern. Beispielsweise unterstützt das Darmmikrobiom die Verdauung und Aufnahme von Nährstoffen, trägt zur Struktur der Darmbarriere bei und fördert die Entwicklung und Funktion des Immunsystems des Wirts. Ein ausgewogenes Darmmikrobiom ist somit entscheidend für die optimale Gesundheit der Tiere. Dieses Gleichgewicht kann jedoch leicht durch Fütterung, Infektionen mit Krankheitserregern und andere Stressfaktoren im Leben sowie durch die Aufnahme von Antibiotika gestört werden, weshalb es von den Tierhaltern sorgfältig kontrolliert werden muss.
Krankheitsprävention
Für manche wird Darmgesundheit klar definiert als das Fehlen oder die Verhinderung von Krankheiten, sodass die Tiere ihre physiologischen Funktionen ausüben und äußere sowie innere Stressfaktoren widerstehen können. In der Vergangenheit waren Antibiotika eine wirksame Lösung zur Krankheitsprävention bei Nutztieren und zur Wachstumsförderung. Antibiotika beeinflussen jedoch das Mikrobiom des Wirts erheblich, verursachen bakterielle Ungleichgewichte und reduzieren die normale Funktion. Beispielsweise sind Clostridien-Bakterien häufig im Darmmikrobiom vorhanden. Der Missbrauch von Antibiotika kann das Gleichgewicht der Clostridien stören und zu Infektionen führen. So ist Clostridium perfringens (C. perfringens), ein grampositives, toxinerzeugendes Bakterium, eine häufige Erkrankung bei Geflügel, die durch Überwucherung dieses Bakteriums im Darm verursacht wird. Bei einer Infektion kann es zu verminderter Verdauung und Nährstoffaufnahme, reduziertem Wachstum, erhöhtem Futterverzehr (FCR) und in schweren Fällen zum Tod kommen. Es ist bekannt, dass Futtermittelzusätze zur Kontrolle der Darmgesundheit beitragen können. Nach dem weltweiten Verbot und den Bedenken bezüglich Antibiotika zur Wachstumsförderung und therapeutischen Anwendung werden mittelkettige Fettsäuren (MCFAs) branchenweit als Alternative eingesetzt, auch in der Geflügel- und Schweinefütterung. Während Studien zeigen, dass MCFAs positive Effekte auf Tiergesundheit, Futterverdaulichkeit und Leistung haben, belegen neuere wissenschaftliche Erkenntnisse, dass die Vorteile von MCFAs durch die Kombination mit Lactylaten als Teil einer ganzheitlichen Lösung noch verstärkt werden können.
Lactylate als effektive Lösung
Neue Erkenntnisse zeigen die Rolle von Lactylaten, die Ester aus Milchsäure und spezifisch ausgewählten mittelkettigen Fettsäuren sind, bei der Erzielung überlegener Nutztierleistungen ohne Antibiotika. Tatsächlich zeigen in vitro-Tests, dass Lactylate eine stärkere antibakterielle Wirkung gegen C. perfringens und andere grampositive Bakterien haben als MCFAs allein, und somit die Darmgesundheit fördern (Abbildung 1). Daten von über 300 Masthühnern belegen den Nutzen für die Leistungssteigerung. So wurde eine signifikante Verbesserung des Körpergewichts und des Futterverwertungssatzes (FCR) bei Geflügel mit Lactylatgabe festgestellt. Zudem zeigt die Kombination von Lactylaten mit einer Calcium-Butyrat-Überzugsschicht eine vielversprechende ernährungsbedingte Intervention zur Darmgesundheitsförderung bei Masthühnern. Weitere Studien bei Schweinen bestätigen ähnliche Ergebnisse und heben die positive Beziehung zwischen Lactylaten und verbessertem Wachstum, besserer Futterverwertung, geringerer Sterblichkeit sowie allgemeiner Gesundheit und Wohlbefinden hervor.
Innovation in der Nutztierernährung
ALOAPUR® – ein wirksamer Futtermittelbestandteil mit Lactylaten (C12 und C14 Lactylate), im Folgenden als Lactylat-Produkt bezeichnet, fördert die Darmgesundheit und unterstützt die allgemeine Gesundheit der Tiere sowie die wichtigsten Leistungsparameter wie FCR und Körpergewicht. Die patentierte, nicht klebende, frei fließende Pulverform eignet sich für Mischfutter und Premixe und zeigt Vorteile bei verschiedenen Tierarten, darunter Geflügel, Schweine, Kaninchen, Wiederkäuer und Aquakultur. Der Wirkmechanismus besteht darin, das Darmmikrobiom selektiv zu verändern, um ein günstigeres Gleichgewicht im Mikrobiom der Tiere zu schaffen und die Darmgesundheit zu verbessern. Studien bei Masthühnern zeigten eine Steigerung des Körpergewichts um bis zu 4,9 % und eine Verbesserung des FCR um bis zu -4,41 % (Abbildung 2). Weitere Untersuchungen zur Lactylatverteilung in verschiedenen Darmabschnitten fanden das Produkt entlang des gesamten Verdauungstrakts bei mit diesem Zusatz gefütterten Masthühnern, was auf eine ausgewogene Darmflora und verbesserte Leistung hinweist. Neben den beobachteten Vorteilen für die Tiergesundheit weist der Futtermittelbestandteil hervorragende physikalische Eigenschaften auf, darunter neutralen Geruch und Thermostabilität, was ihn zu einer effektiven und leicht integrierbaren Lösung in neuen Mischungen und Futtermittelkombinationen macht. Darüber hinaus haben Futtermittelhersteller die Möglichkeit, ihre Produkte durch Kombination mit anderen Futtermittelbestandteilen wie ätherischen Ölen, Enzymen und organischen Säuren zu optimieren.
Fazit
Seitdem die Nutztierindustrie den Einsatz von Antibiotika vermeidet, nutzen Tierhalter und Futtermittelhersteller MCFAs zur Förderung der Tiergesundheit und Leistung. Neue Daten zeigen jedoch, dass Lactylate, insbesondere solche mit den Fettsäuren C12 und C14, möglicherweise effektiver sind, um die Tiergesundheit zu unterstützen, den Antibiotikabedarf zu senken und veterinärmedizinische Kosten zu reduzieren. Dies bietet Tierhaltern eine wirksame Alternative, um die Futtereffizienz und Rentabilität zu steigern und gleichzeitig den Verbraucherwünschen nach sicheren tierischen Produkten gerecht zu werden.
Prof. Dr. Bùi Xuân Mến, Forschungszentrum Vemedim.
Literaturverzeichnis
Kors N. 2019. A holistic approach to enhanced gut health


