Kiemenfäule bei Fischen – Ursachen und wirksame Behandlungsmethoden

Kiemenfäule bei Fischen – Ursachen und wirksame Behandlungsmethoden

In der Aquakultur ist die Kiemenfäule bei Fischen einer der gefährlichsten „Feinde“, da sie sich schnell ausbreiten und bei nicht rechtzeitiger Behandlung Massensterben verursachen kann. Um den Landwirten ein besseres Verständnis zu ermöglichen und eine proaktive Reaktion zu fördern, teilt Vemedim Informationen über Ursachen, Symptome und Lösungen zur Vorbeugung und Behandlung dieser Krankheit, um so den Bestand gesunder Fische zu schützen und wirtschaftliche Verluste erheblich zu reduzieren.

Erreger der Kiemenfäule bei Fischen

Die Kiemenfäule ist eine der häufigsten und gefährlichsten Krankheiten bei Süßwasserfischen, insbesondere bei Arten wie Karausche, Karpfen, Schleie und Fischen in hochbesetzten Käfiganlagen. Die Krankheit schädigt das Kiemengewebe, erschwert die Atmung der Fische und kann bei nicht rechtzeitiger Behandlung zu Massensterben führen.

Die Krankheit bricht meist im Frühling, Frühsommer oder Herbst aus, wenn die Wassertemperatur zwischen 25 und 35 °C schwankt und das Teichwasser stark organisch verschmutzt ist. Hauptursache der Kiemenfäule sind fadenförmige Bakterien (Myxobakterien) wie Myxococcus piscicola – diese wurden als Verursacher von Kiementod, Schleimbildung und Gewebeverfall an den Kiemen von Fischen identifiziert. Die Bakterien vermehren sich besonders stark unter Bedingungen hoher Besatzdichte, schlechter Wasserzirkulation und schlammigem Teichboden.

Kiemenfäule schädigt das Kiemengewebe, erschwert die Atmung der Fische und kann bei nicht rechtzeitiger Behandlung zu Massensterben führen

Ungünstige Umweltbedingungen wie zu hohe Fischdichte, schlechte Wasserzirkulation, Ansammlung organischer Substanzen am Teichboden (Futterreste, Fischkot, abgestorbene Algen) sowie Wassertemperaturen zwischen ca. 25 °C und 35 °C schaffen ideale Bedingungen für die Aktivität der Erreger. Die Krankheit tritt häufig sekundär nach Stresssituationen bei Fischen auf: Sauerstoffmangel, pH-Schwankungen, unregelmäßige Temperaturen oder Verletzungen an Kiemen/Haut, die das Eindringen der Bakterien erleichtern.

Die Hauptübertragungswege der Kiemenfäule sind:

  • Kranke Fische oder beschädigte Kiemen als Infektionsquelle.
  • Bakterien im Bodenschlamm, im Schlick oder organischen Rückständen im Teich.
  • Verschmutzte Teiche mit hoher Besatzdichte, die eine schnelle Übertragung von Fisch zu Fisch begünstigen.
  • Wasserwechsel, Verwendung von Geräten, Besatz mit Jungfischen und unsachgemäße Anordnung der Käfige können ebenfalls das Risiko der Krankheitsübertragung zwischen Teichsystemen erhöhen.
Hauptursache der Kiemenfäule sind fadenförmige Bakterien Myxococcus piscicola, die Kiemen verfaulen lassen und Schleimbildung verursachen...

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Symptome bei Kiemenfäule

Bei Kiemenfäule sollten Züchter auf folgende ungewöhnliche Anzeichen achten, um frühzeitig zu erkennen und rechtzeitig eingreifen zu können:

  • Fische schwimmen isoliert außerhalb des Schwarms, bewegen sich langsamer als gewöhnlich, schwimmen oft nahe der Wasseroberfläche oder am Teichrand. Sie fressen wenig oder stellen die Nahrungsaufnahme ganz ein.
  • Die Haut der Fische verfärbt sich allmählich grau-schwarz oder dunkler als gesunde Bereiche; die Kiemen sind zerrissen, verfaulen, sind mit viel Schlamm oder Belägen bedeckt; die Kiemendeckelknochen können bluten, erodiert sein und ungewöhnliche Geschwüre aufweisen.
  • An den Kiemen können die Kiemenfilamente abgestorbenes Gewebe zeigen, geschwollen sein oder mit einer dicken Schleimschicht bedeckt sein, die Schlamm oder organische Partikel enthalten kann.
  • Fische können zusätzlich an einer sekundären Blutvergiftung durch Bakterien wie Aeromonas spp. oder Pseudomonas spp. leiden, was sich durch Hautblutungen und schnellen Gesundheitsverfall zeigt.
  • Im Teich ist häufig eine erhöhte Trübung, Ansammlung organischer Schlämme, schlechte Wasserzirkulation und viele Fische mit erhobenem Kopf oder schneller Atmung zu beobachten.
Kiemenfäule ist leicht erkennbar an geschwollenen, entzündeten Kiemen mit abgestorbenem Gewebe oder dicker Schleimschicht

Vorbeugung und Behandlung der Kiemenfäule

Da es derzeit kein vollständig wirksames spezifisches Medikament gibt, ist die effektivste Maßnahme die umfassende Vorbeugung. Nachfolgend werden Möglichkeiten zur Vorbeugung und Behandlung beschrieben:

Vorbeugende Maßnahmen

  • Entfernung von Bodenschlamm, Kalkstreuung oder Behandlung mit Desinfektionsmitteln wie Vemedim Bitech Yucca oder Vemedim Zeolite - Yucca, um Krankheitserreger im Schlamm zu eliminieren.
  • Sicherstellung einer angemessenen Fischdichte; regelmäßiger Wasserwechsel; keine Ansammlung von Futterresten, Fischkot und organischen Substanzen.
  • Aufhängen von Desinfektionsbeuteln oder Verwendung von Desinfektionsmitteln in den Ecken der Käfige/Teichzuflüssen in niedriger Dosierung, um die Bakterienlast vor einer möglichen Schädigung der Fische zu reduzieren.
  • Stärkung der Ernährung und Immunabwehr der Fische bei Wetterumschwüngen oder in Risikoperioden, z.B. mit Vemedim ADE B.complex, Vemedim ANTI – SHOCK, Vemedim GLUSOME 115 in Kombination mit hochwertigem Futter, um Stress bei den Fischen zu vermeiden.

Behandlung der Kiemenfäule

Antibiotika werden dem Fischfutter für 5–7 Tage beigemischt, um die Krankheitserreger im Inneren zu bekämpfen:

  • Oxytetracyclin: 20–40 mg/kg Fisch/Tag.
  • Rifamycin: 20–30 mg/kg Fisch/Tag.
  • Erythromycin: 4 g/100 kg Fisch/Tag.

(Hinweis: Ab dem zweiten Tag die Dosis auf etwa die Hälfte der Anfangsdosis reduzieren.)

  • Zusätzlich Chlorin in einer Konzentration von ca. 1 ppm ins Teichwasser sprühen oder streuen, um Bakterien im Wasser und Bodenschlamm abzutöten.
  • Unterstützende Maßnahmen vorbereiten: Belüftung erhöhen, hohen Sauerstoffgehalt aufrechterhalten, Stress für die Fische reduzieren, damit diese ihre Abwehrkräfte bündeln können.
  • Sorgfältige Beobachtung: Nach der Behandlung die Situation weiterhin überwachen; falls die Symptome nicht zurückgehen, Wasserwechsel, verstärkte Reinigung des Teichs oder Austausch der Jungfische in Betracht ziehen.
Antibiotika in geeigneter Dosierung zur Behandlung der Kiemenfäule verwenden, um wirksame Ergebnisse zu erzielen

Man kann sagen, dass eine gute Vorbeugung der Kiemenfäule gleichbedeutend ist mit dem Schutz des „Lebens“ des Fischbestands und der wirtschaftlichen Effizienz des Betriebs. Bei frühzeitiger Erkennung, richtiger Hygiene, Kontrolle der Umweltbedingungen und sofortiger Behandlung bei ersten Anzeichen kann ein großflächiger Ausbruch vollständig vermieden werden. Wir hoffen, dass die von Vemedim bereitgestellten Kenntnisse den Landwirten mehr Sicherheit bei der Teichbewirtschaftung geben, sodass der Fischbestand stabil wächst und eine nachhaltige Ernte erzielt werden kann.