PROAKTIVES HANDELN GEGEN DAS RISIKO EINES AUSBRUCHS DER VOGELGRIPPE IN VIETNAM

PROAKTIVES HANDELN GEGEN DAS RISIKO EINES AUSBRUCHS DER VOGELGRIPPE IN VIETNAM

Mit einer Gesamtzahl von über 550 Millionen Geflügel und mehr als 900 Wildvogelarten ist Vietnam derzeit eines der Länder mit hohem Risiko für Ausbrüche der Geflügelgrippe. Besonders im Kontext des Klimawandels und zunehmender Handelsverbindungen wird das Risiko von Krankheitsausbrüchen immer greifbarer.

Angesichts dieser Situation organisierte die Vietnamesische Gesellschaft für Veterinärwissenschaft und -technik am Morgen des 21. Juni 2025 in Hanoi ein technisches Fachseminar zum Thema „Praxis der Geflügelgrippe: Aktualisierung der epidemiologischen Lage, Diagnostik und angewandte Lösungen in der Tierhaltung“. Die Veranstaltung zog zahlreiche führende Experten, Verwaltungsvertreter sowie Vertreter von Unternehmen und Tierhaltungsbetrieben aus dem ganzen Land an.

VIETNAM IM „GRIPPERING“ ASIEN – PAZIFIK

Dr. Nguyen Thi Huong, Vorsitzende der Vietnamesischen Gesellschaft für Veterinärwissenschaft und -technik

In ihrer Eröffnungsrede erklärte Dr. Nguyen Thi Huong – Vorsitzende der Vietnamesischen Veterinärgesellschaft, dass Vietnam in den letzten über 20 Jahren kontinuierlich mit hochpathogenen Geflügelgrippe-Stämmen wie H5N1, H5N6 und H5N8 konfrontiert war. Obwohl die Bekämpfung der Krankheit Fortschritte gemacht hat, besteht weiterhin die Gefahr eines erneuten Ausbruchs aufgrund dichter Tierhaltungsbedingungen, wetterbedingter günstiger Umstände für die Virusvermehrung und ungleichmäßiger Bewusstseinslage bezüglich der Seuchenprävention.

Neben den Maßnahmen zur biologischen Sicherheit ist die Impfung ein entscheidender Faktor zum Schutz der Geflügelbestände und zur Sicherstellung einer effizienten Tierhaltung.

ERNSTE SCHÄDEN BEI AUSBRUCH DER SEUCHE

Laut Daten der Abteilung für Tierhaltung und Veterinärwesen trat die Geflügelgrippe im Zeitraum von 2019 bis April 2025 in 358 Gemeinden landesweit auf, was jährlich die Tötung von durchschnittlich über 240.000 Geflügeltieren erforderte. Zuvor hatte der schwere Ausbruch von 2003 bis 2006 in Vietnam die Tötung von mehr als 45 Millionen Tieren zur Folge, mit Schäden in Höhe von 248 Millionen US-Dollar.

Besorgniserregend ist zudem, dass einige Geflügelgrippe-Virusstämme wie A/H5N1 auch auf Wildtiere übertragbar sind und 2024 bei Tigern, Löwen und schwarzen Leoparden in Gefangenschaftseinrichtungen in Long An und Đồng Nai nachgewiesen wurden.

„SCHLUPFLÖCHER“, DIE BEHOBEN WERDEN MÜSSEN

Prof. Dr. Nguyen Van Giap (Vietnamische Landwirtschaftsakademie) weist darauf hin, dass die Umsetzung biologischer Sicherheitsmaßnahmen derzeit noch uneinheitlich ist. Viele kleine Tierhaltungsbetriebe vernachlässigen Desinfektionsmaßnahmen, Zugangskontrollen oder das Wechseln von Schuhwerk beim Kontakt mit Tieren. Die Impfkampagnen sind zudem durch die Vielfalt der auf dem Markt verfügbaren Impfstoffe und fehlende Einheitlichkeit im Impfplan erschwert.

Weitere Gründe für eine unzureichende Wirksamkeit der Impfstoffe sind falscher Impfzeitpunkt bei noch hohen mütterlichen Antikörpern, falsche Wahl des Impfstoffstamms oder ein geschwächtes Immunsystem der Tiere durch Stress, Toxine oder andere Virusinfektionen.

AUF DEM WEG ZU EINER STRATEGIE „RICHTIGER STAMM – RICHTIGER ZEITPUNKT – RICHTIGE METHODE“

Um die Geflügelgrippe wirksam zu kontrollieren, betonen Experten die Notwendigkeit, mehrere Maßnahmen gleichzeitig umzusetzen:

  • Stärkung der biologischen Sicherheit: Einrichtung von Isolationssystemen zwischen den Tierhaltungsbereichen, ordnungsgemäße Abfallentsorgung und Sicherstellung, dass Futtermittel nicht mit Krankheitserregern kontaminiert sind.
  • Verbesserung der Impfwirksamkeit: Auswahl von Impfstoffen mit Antigenen, die zu den lokal zirkulierenden Virusstämmen passen, sowie Einhaltung des korrekten Impfplans und der richtigen Technik. Dabei sind Faktoren wie mütterliche Antikörper und die Immunantwort der Tiere zu berücksichtigen.
  • Einsatz moderner Diagnosetechniken: RT-PCR ist derzeit die schnelle, genaue und hochspezifische Methode zur Diagnose der Geflügelgrippe. Darüber hinaus helfen Virusisolierung und Genomsequenzierung bei der Bestimmung des Virusstamms zur Unterstützung von Forschung und Prävention.
  • Proaktive epidemiologische Überwachung: Ausbau der Testkapazitäten in Risikogebieten wie dem Mekong-Delta und Zentralvietnam, um Ausbrüche schnell einzukreisen und zu bekämpfen.

Prof. Dr. Nguyen Van Giap hebt zudem die Rolle der Technologie in der Seuchenüberwachung und im Echtzeit-Management von Tierhaltungsverhalten hervor, um das Bewusstsein und die Compliance der Tierhalter zu verbessern.

VERBREITUNG VON WISSEN, SCHUTZ DER TIERHALTUNGSBRANCHE

Teilnehmer machen ein Erinnerungsfoto beim Seminar

Zum Abschluss des Seminars dankte Dr. Nguyen Thi Huong den Partnern, Experten, Technikern und dem Logistikteam für ihren Beitrag zum Erfolg der Veranstaltung. Sie äußerte die Hoffnung, dass die geteilten Kenntnisse und Erfahrungen weiterhin verbreitet und praktisch angewendet werden, um die Geflügelgrippe wirksam zu kontrollieren und eine sichere, nachhaltige Tierhaltung sowie den Schutz der öffentlichen Gesundheit zu fördern.

Tran My

Quelle: Nhachannuoi.vn