6 HÄUFIGSTE KRANKHEITEN BEIM SCHWEIN

6 HÄUFIGSTE KRANKHEITEN BEIM SCHWEIN

 

Lösungen zur Erkennung – Vorbeugung – effektiven Kontrolle in der Schweinezucht

In der modernen Schweinezucht ist die Erhaltung eines gesunden Schweinebestands der entscheidende Faktor für Produktionseffizienz und langfristigen Gewinn. Um dies zu erreichen, müssen Züchter und das technische Team die häufigsten Krankheiten genau kennen, Symptome frühzeitig erkennen und zeitnahe und präzise Behandlungspläne anwenden.

Die Praxis zeigt, dass Vorbeugung immer wirksamer und kostengünstiger ist als Behandlung. Ein systematisches Gesundheitsmanagementprogramm hilft, Krankheitsrisiken zu minimieren, die Produktivität zu stabilisieren und die Biosicherheit des Betriebs zu gewährleisten.

Nachfolgend sind die 6 häufigsten Schweinekrankheiten aufgeführt, die in den Phasen vor dem Absetzen – nach dem Absetzen – Fortpflanzung häufig auftreten und auf die Züchter besonders achten sollten.

I. PHASE VOR DEM ABSETZEN

1. Seborrhoische Dermatitis (Greasy Pig Disease)

Diese häufige Erkrankung bei Ferkeln wird durch das Bakterium Staphylococcus hyicus verursacht. In schweren Fällen kann das Bakterium Leber- und Nierenschäden verursachen und zum Tod führen.

Erkennungsmerkmale:

  • Dunkle, großflächige Hautareale
  • Abschuppende Haut mit fettigem Sekret
  • Schwache, langsam wachsende Ferkel

Kontrollmaßnahmen:

  • Behandlung mit Antibiotika kombiniert mit Hautschutzmitteln
  • In einigen Fällen Einsatz von selbst hergestellten Impfstoffen möglich
  • Verbesserung der Stallhygiene, Desinfektion der Zitzen der Sauen vor und nach der Geburt
  • Vermeidung von Hautverletzungen (rauhe Böden, scharfe Eckzähne, spitze Gegenstände, Milben usw.)

2. Kokzidiose

Kokzidiose tritt häufig bei säugenden Ferkeln auf und wird durch intrazelluläre Parasiten der Gattung Coccidia verursacht, vor allem bei Schweinen im Alter von 10 bis 21 Tagen.

Häufige Symptome:

  • Anhaltender Durchfall
  • Blutbeimischungen im Kot möglich
  • Wachstumsverzögerung, Dehydration

Vorbeugung und Behandlung:

  • Behandlung mit Antikokzidika und Elektrolytersatz
  • Prophylaxe bei Sauen, wenn die Krankheit im Betrieb häufig auftritt
  • Saubere, trockene und warme Stallbedingungen
  • Kontrolle von Kot und Fliegen als Hauptüberträger

II. PHASE NACH DEM ABSETZEN

3. Atemwegserkrankungen

Atemwegserkrankungen verursachen erhebliche Verluste beim Wachstum und der Überlebensrate von Ferkeln nach dem Absetzen.

Typische Symptome:

  • Husten, Niesen, Bauchatmung
  • Verminderte Gewichtszunahme
  • Erhöhte Sterblichkeit

Häufige Ursachen:

  • Bakterien wie Streptococcus suis, Pasteurella
  • PRRS-Virus
  • Schlechte Stallbelüftung, hohe Ammoniakkonzentration

Kontrollansätze:

  • Behandlung mit geeigneten Antibiotika (über Futter, Wasser oder Injektion)
  • Impfung mit den im Betrieb zirkulierenden Stämmen
  • Reduzierung der Besatzdichte, Verbesserung der Belüftung
  • Kontrolle der Luftverschmutzung im Stall

4. Dysenterie

Diese durch das Bakterium Brachyspira hyodysenteriae verursachte Krankheit verbreitet sich stark durch Bestandszusammenlegung und schlechte Hygiene.

Symptome:

  • Durchfall, mit oder ohne Blutbeimischung
  • Wachstumsrückgang
  • Plötzlicher Tod möglich

Vorbeugung und Behandlung:

  • Einsatz von Antibiotika nach tierärztlicher Anweisung
  • Reduzierung der Besatzdichte, Stressminimierung
  • Bekämpfung von Ratten als Überträger
  • Strenge Kontrolle der Zuchtmaterialien

III. FORTPFLANZUNGSKRANKHEITEN

5. Mastitis bei Sauen

Mastitis wirkt sich direkt auf die Milchproduktion und Überlebensrate der Ferkel aus.

Häufige Anzeichen:

  • Milchmangel
  • Fieber, Appetitlosigkeit
  • Geschwollene, verfärbte Milchdrüsen

Behandlungs- und Vorbeugelösungen:

  • Antibiotika kombiniert mit entzündungshemmenden Mitteln
  • Gegebenenfalls Oxytocin zur Milchfreisetzung
  • Sicherstellung von Stallhygiene und Ernährung in der späten Trächtigkeit
  • Stress- und Zitzenverletzungsminimierung

6. Schweineparvovirus (PPV)

PPV ist eine häufige Ursache für Fortpflanzungsstörungen, besonders bei jungem Zuchtschweinen.

Typische Folgen:

  • Aborte, Totgeburten
  • Verminderte Wurfgröße
  • Langfristige Beeinträchtigung der Reproduktionsleistung

Wichtige Hinweise:

  • Virus überdauert lange in der Umwelt
  • Keine spezifische Behandlungsmethode verfügbar

👉 Die effektivste Lösung: regelmäßige Impfungen der Sauen und strikte Biosicherheitsmaßnahmen.

FAZIT

Unabhängig von der Phase sind Hygiene – Belüftung – Stressreduktion – optimale Ernährung die Grundlage der Krankheitsprävention. Die Entwicklung eines systematischen Gesundheitsplans in Kombination mit strenger Biosicherheit und gut geprüften Zuchtmaterialien hilft Züchtern dabei:

  • Krankheitsrisiken zu minimieren
  • Behandlungskosten zu optimieren
  • Effizienz und Nachhaltigkeit des Betriebs zu steigern

👉 Neben den oben genannten 6 häufigen Krankheiten sollten Züchter ihr Wissen regelmäßig aktualisieren und mit Tierärzten zusammenarbeiten, um regionalspezifische Krankheiten zu kontrollieren.

Quellen: Wattagnet
Redaktion: Acare Team