Die Afrikanische Schweinepest (ASP) neigt dazu, in vielen Regionen des Landes, insbesondere im Norden und Zentralvietnam, erneut auszubrechen. Seit Jahresbeginn wurden bereits über 43.000 Schweine aufgrund der Seuche getötet, was eine große Herausforderung für die Viehzuchtbranche darstellt.
KOMPLEXE ENTWICKLUNG, AUSBREITUNGSRISIKO
Laut Berichten des Amtes für Viehzucht und Tiergesundheit wurden in den ersten sechs Monaten des Jahres 2025 landesweit 636 Ausbrüche in 30 Provinzen und Städten registriert, mit insgesamt 43.375 getöteten Schweinen. Besonders auffällig ist, dass es derzeit 256 Ausbrüche in 26 Regionen gibt, die noch nicht älter als 21 Tage sind, was darauf hinweist, dass die Seuche weiterhin latent vorhanden ist und sich ohne rechtzeitige Kontrolle weit ausbreiten kann.
Einige Regionen wie Cao Bằng, Lạng Sơn, Tuyên Quang, Hanoi, Quảng Ngãi und Quảng Trị sind Hotspots der Seuche. Besonders Cao Bằng verzeichnet die höchste Zahl an erkrankten und verendeten Schweinen mit über 11.000 Tieren, während Hanoi 11 Ausbrüche mit mehr als 3.200 getöteten Schweinen meldet.
Obwohl die Gesamtzahl der erkrankten und getöteten Schweine im Vergleich zum gleichen Zeitraum 2024 um 34 % zurückgegangen ist, zeigen die erneuten Ausbrüche an alten Stellen, dass die Seuche weiterhin das Risiko eines großflächigen Ausbruchs birgt, wenn keine umfassenden und entschlossenen Gegenmaßnahmen ergriffen werden.
URSACHEN UND BESTEHENDE PROBLEME, DIE BEHOBEN WERDEN MÜSSEN
Die meisten erneuten Ausbrüche treten in kleinen Betrieben mit durchschnittlich 50–60 Schweinen auf. Die Biosicherheitsmaßnahmen sind unzureichend, während viele Bauern noch eine nachlässige Haltung zeigen und trotz der Zulassung von drei ASP-Impfstoffen keine Impfungen durchführen.
Verhaltensweisen wie das Verheimlichen von Ausbrüchen, der Verkauf erkrankter Schweine und das Wegwerfen von Schweinekadavern in die Umwelt tragen zur weiteren Ausbreitung der Seuche bei, insbesondere bei Regen und Stürmen sowie einem schwachen Umweltschutzsystem. Zudem stellt die unkontrollierte Schlachtung ohne veterinärmedizinische Überwachung in vielen Regionen, vor allem in Berggebieten, eine große Schwachstelle in der Seuchenbekämpfung dar.
Landesweit wurden bisher 7,8 Millionen Dosen ASP-Impfstoff verteilt, und über 1 Million Schweine in 45 Provinzen und Städten geimpft. Die Sterblichkeitsrate nach der Impfung ist sehr gering (0,1 %) und beruht hauptsächlich auf bereits infizierten Tieren. Dennoch verläuft die Impfkampagne noch langsam und ist stark von staatlicher Unterstützung und dem Bewusstsein der Landwirte abhängig.
VERSTÄRKTE LEITUNG, KONTROLLE UND INFRASTRUKTURINVESTITIONEN
Angesichts der Lage hat die Regierung mit dem Erlass 109/CĐ-TTg vom 16. Juli 2025 die Regionen aufgefordert, entschlossene Maßnahmen zur Seuchenbekämpfung umzusetzen. Dabei wird besonders auf die rechtzeitige Ausrufung der Seuche, die ordnungsgemäße Tötung erkrankter Schweine, die Kontrolle und strenge Sanktionierung von Verstößen sowie die verstärkte Öffentlichkeitsarbeit zur Sensibilisierung der Bevölkerung hingewiesen.
Das Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt empfiehlt zudem die Stärkung des veterinärmedizinischen Systems auf Gemeindeebene, die verstärkte Überwachung des Virus über das VAHIS-System, den Aufbau von seuchensicheren Zuchtgebieten und die effektive Nutzung internationaler Unterstützung von Organisationen wie FAO und USAID.
Parallel zur Seuchenbekämpfung wird die Kontrolle der Schlachtung als zentrale Aufgabe für das zweite Halbjahr definiert. Im Land gibt es über 24.800 kleine Schlachtbetriebe, von denen nur etwa 27 % eine Gewerbeerlaubnis besitzen und nur wenige veterinärmedizinisch überwacht werden.
Das Ministerium fordert die Regionen auf, das Schlachtnetzwerk zu überprüfen, zentrale Schlachtanlagen nach Standards zu errichten und die spontane Schlachtung schrittweise abzuschaffen. Gleichzeitig sollen spezielle Mechanismen zur Förderung von Investitionen in die industrielle Schlachtung eingeführt, Flächen bereitgestellt, die Einkommenssituation der Veterinärmitarbeiter verbessert und die Aufklärung der Bevölkerung und Verbraucher intensiviert werden.
Thùy Khánh
Quelle: Nguoichannuoi.vn


