In der Zucht von weiblichen Kühen spielt neben der Auswahl von Zuchttieren mit guter Fruchtbarkeit die Pflege, Fütterung und das Management der Kühe während der Trächtigkeit, Geburt und Nachgeburtsphase eine entscheidende Rolle für die Geburtsrate, die Gesundheit der neugeborenen Kälber, die Erholungsfähigkeit der Mutterkuh und die wirtschaftliche Effizienz der Landwirte. Die korrekte Anwendung technischer Abläufe hilft, Risiken zu minimieren, die Abstände zwischen den Geburten zu verkürzen und die Reproduktionsleistung zu steigern.
1. KALBUNGSSTALL FÜR KÜHE
Der Kalbungsstall sollte in einem ruhigen, gut belüfteten Bereich angelegt werden, um Stressfaktoren möglichst zu vermeiden. Der Stallboden muss trocken und rutschfest sein; das Entwässerungssystem sollte gut funktionieren, Gräben und Kanäle dürfen nicht zu tief sein. Der Auslaufbereich sollte eben sein, und die Trennwände zwischen Auslauf und Stall nicht zu hoch, um Sturzgefahren zu vermeiden. Der Stall darf nicht in der Nähe von frei laufenden Hunden oder Lärmquellen liegen.
Vor dem Einbringen der Kuh in den Kalbungsstall sind Stall und Ausrüstung zu reinigen und zu desinfizieren; Futter- und Tränkenäpfe sind zu säubern; als Einstreu wird sauberes Stroh oder trockenes Gras in einer Schicht von etwa 3–5 cm vorbereitet. Die Kuh wird gebadet, der Hinterleib und der äußere Genitalbereich gereinigt, um Infektionen während und nach der Geburt zu vermeiden.
2. ERKENNUNG DER KALBUNGSBEREITSCHAFT
Kühe kurz vor der Geburt zeigen typische Anzeichen: langsames Umhergehen, pralle Euter mit Milch, eingesunkener Hinterteil, geschwollene und gerötete Vulva mit schleimigem Ausfluss. Die Tiere wirken unruhig, stehen häufig auf und legen sich wieder hin, urinieren häufig und heben den Schwanz.
Bei Auftreten dieser Symptome ist der Hinterleib gründlich zu reinigen, der äußere Genitalbereich zu desinfizieren und die Kuh in den vorbereiteten Kalbungsstall zu bringen. Gleichzeitig sind alle notwendigen Hilfsmittel für die Geburt bereitzustellen und der Tierarzt zu informieren, um bei Bedarf rechtzeitig Unterstützung zu leisten.
3. VORBEREITUNG DER AUSRÜSTUNG UND ÜBERPRÜFUNG DER FÖTALPOSITION
Die Geburtsausrüstung umfasst: warmes Wasser, Salz, Desinfektionsmittel, saubere Tücher, Messer oder Schere, Zange, Bindeband, Nadel und Faden zum Nähen, Spekulum, Schüssel, Tablett usw. Alle Werkzeuge müssen vor Gebrauch sterilisiert werden.
Vor der Geburt sollte ein Tierarzt die Lage des Fötus überprüfen. Bei ungünstiger Position ist eine frühzeitige fachgerechte Korrektur erforderlich; bei schwierigen Fällen muss eine geeignete Intervention geplant werden, um die Sicherheit der Mutterkuh zu gewährleisten.
4. HILFE BEI DER KALBUNG
Während der Geburt ist eine ruhige Umgebung zu gewährleisten. Die natürliche Geburt hat Vorrang; Unterstützung erfolgt nur bei schwachen Presswehen, verlängertem Geburtsverlauf oder Anzeichen von Geburtsproblemen.
Die Person, die bei der Geburt hilft, muss die Hände gründlich reinigen, desinfizieren und sterile Handschuhe tragen, bevor sie eingreift.
- Normale Geburt: Nach dem Platzen der Fruchtblase, wenn die beiden Vorderbeine und der Kopf des Kalbes sichtbar sind, die Kuh aber nach etwa 15–20 Minuten nicht gebärt, kann das Kalb vorsichtig im Rhythmus der Presswehen entlang der Körperachse der Kuh leicht herausgezogen werden.
- Schwierige Geburt: Bei großen Kälbern oder engem Beckenknochen der Mutterkuh ist die Unterstützung durch erfahrene Personen oder einen Tierarzt notwendig. Die Intervention muss fachgerecht erfolgen, um Verletzungen bei Kuh und Kalb zu vermeiden.
5. PFLEGE DES NEUGEBORENEN KALBS
Nach der Geburt wird das Kalb mit einem sauberen Tuch abgetrocknet und Schleim aus Nase und Mund entfernt, um die Atmung zu sichern. Die Nabelschnur wird mit sterilisierten Instrumenten etwa 5 cm vom Körper entfernt durchtrennt; vor dem Durchtrennen sind Blut und Flüssigkeit an der Nabelschnur zu säubern. Der Kälberstall muss stets trocken und sauber gehalten werden, um Nabelentzündungen vorzubeugen.
Das Kalb wird von der Mutterkuh abgeleckt, danach in einen separaten Stall mit sauberer Stroheinstreu oder trockenem Gras gebracht. Das Kalb sollte so früh wie möglich Kolostralmilch trinken, idealerweise innerhalb der ersten Stunde nach der Geburt. Bei kaltem Wetter ist der Stall entsprechend abzudecken und zu beheizen.
6. PFLEGE DER MUTTERKUH NACH DER GEBURT
Nach der Geburt erhält die Mutterkuh warmes Wasser mit etwa 2 % Salzlösung und leicht verdauliches Futter. Die Nachgeburt wird normalerweise innerhalb von 30–60 Minuten ausgeschieden, kann aber auch bis zu 2–3 Stunden dauern. Wenn die Nachgeburt nach 24 Stunden noch nicht vollständig ausgestoßen ist (Nachgeburtsverhaltung), sollte ein Tierarzt hinzugezogen werden; eigenmächtige Maßnahmen sind zu vermeiden.
Die Mutterkuh ist in den ersten 2–3 Tagen nach der Geburt hinsichtlich Körpertemperatur, Farbe, Menge und Geruch des Wochenflusses zu überwachen, um rechtzeitig Erkrankungen wie Gebärmutterentzündung oder Euterentzündung zu erkennen.
7. ERNÄHRUNG DER MUTTERKUH NACH DER GEBURT
Nach 3–4 Tagen, wenn die Mutterkuh gesund ist, wird die Menge an Kraftfutter schrittweise erhöht; nach etwa 10 Tagen kann sie wieder normal gefüttert werden. In den ersten 15–20 Tagen nach der Geburt besteht die Futterration beispielhaft aus 0,5–1 kg Kraftfutter pro Tier und Tag, 30–40 g Speisesalz, 30–40 g Knochenmehl kombiniert mit qualitativ gutem, jungem Grünfutter.
Während der Säugezeit benötigt die Mutterkuh täglich etwa 35–40 kg frisches Gras, 1–2 kg Stroh und 1,5–2 kg Mischkraftfutter, um ihre Kondition wiederherzustellen und bald wieder brünstig zu werden für die Besamung.
Falls die Mutterkuh wenig oder keine Milch gibt, sollte ein geeignetes Ersatzmilchprodukt für das Kalb verwendet werden. Nach der Kolostralmilchphase von 7–10 Tagen wird auf die Aufzucht des Kalbes von 0–6 Monaten umgestellt.
Es ist stets sicherzustellen, dass die Mutterkuh ausreichend sauberes Trinkwasser erhält, mit einem durchschnittlichen Bedarf von etwa 30–80 Litern pro Tier und Tag, abhängig von Wetterbedingungen und Futterration.
Thanh Hiếu
Quelle: nguoichannuoi.vn


