FÖRDERUNG DER SCHLACHT- UND VERARBEITUNGSINDUSTRIE: DER SCHLÜSSEL ZUR AUFWERTUNG DER NUTZTIERWERTSCHÖPFUNGSKETTE

FÖRDERUNG DER SCHLACHT- UND VERARBEITUNGSINDUSTRIE: DER SCHLÜSSEL ZUR AUFWERTUNG DER NUTZTIERWERTSCHÖPFUNGSKETTE

Die vietnamesische Viehzuchtbranche befindet sich in einer Phase der strategischen Umstellung von quantitativer zu qualitativer Entwicklung. Das Kernziel ist die Verbesserung der Qualität, die Gewährleistung der Lebensmittelsicherheit und die Steigerung des Produktwerts. In diesem Prozess spielt die Schlacht- und Verarbeitungsindustrie eine zentrale Rolle, die die Fähigkeit zur Standardisierung und Markterweiterung bestimmt.

DAS SCHLACHTSYSTEM: EIN ZU LÖSENDES "ENGPASS"-PROBLEM

Laut Daten der Abteilung für Viehzucht und Tiermedizin gibt es bis Ende 2025 landesweit 552 zentrale Schlachtbetriebe, von denen jedoch nur 45 den Industriestandards entsprechen (8,15%). Im Gegensatz dazu existieren 24.858 kleine Betriebe, von denen die meisten spontan arbeiten, ohne Gewerbeanmeldung und ohne Kontrolle durch Tierärzte. In vielen Regionen liegt die Kontrollrate bei kleinen Betrieben nur bei etwa 30 %, wobei manuelle Methoden vorherrschen.

Herr Phạm Văn Duy, stellvertretender Leiter der Abteilung für Verarbeitung und Marktentwicklung, bewertet die größte Herausforderung derzeit nicht im Mangel an Einrichtungen, sondern in der zu langsamen Umstrukturierung des Schlachtsystems hin zu einem zentralisierten und industriellen Modell. Während große Unternehmen moderne Technologien wie Hängeschlachtung, Gefrierverfahren und HACCP- oder ISO-Standards anwenden, kämpfen kleine Betriebe noch mit traditionellen Methoden, was die Kontrolle der Lebensmittelsicherheit und den Umweltschutz erheblich erschwert.

Herr Phạm Văn Duy, stellvertretender Leiter der Abteilung für Verarbeitung und Marktentwicklung bei seiner Rede. Foto: Tùng Đinh

VERARBEITUNGSINDUSTRIE: HELLER FLECK UND WIDERSPRÜCHE

Parallel zu den Bemühungen um die Standardisierung des Schlachtsystems hat die Fleischverarbeitungsbranche positive Fortschritte erzielt. Bis 2025 gibt es 116 Unternehmen mit industrieller Verarbeitung von Viehprodukten, und die verarbeitete Fleischmenge ist stark auf 1,6 Millionen Tonnen gestiegen.

Dennoch entspricht dieses Volumen noch nicht dem Potenzial. Die Produktstruktur beschränkt sich hauptsächlich auf Frischfleisch, Gefrierfleisch und traditionelle Produkte. Der Anteil der Tiefenverarbeitung ist noch gering. Bemerkenswert ist, dass die Branche mit bestimmten Widersprüchen und Einschränkungen konfrontiert ist:

  • Lockere Kettenverbindungen: Der Anteil an inländischen Rohstoffen ist sehr hoch (über 93 %), aber nur etwa 58,5 % werden durch Kettenverbindungen kontrolliert. Es mangelt nicht an Rohstoffen, aber die Produktionskosten sind hoch und die Rückverfolgbarkeit ist noch nicht stabil.
  • Begrenzte Kühlketteninfrastruktur: Mangel an Kühllagern, Spezialfahrzeugen und Konservierungstechnologien nach der Schlachtung verringert den Zugang zu modernen Einzelhandelskanälen.
  • Hürden durch Verbrauchergewohnheiten: Die Gewohnheit, „warmgeschlachtetes“ Fleisch zu verwenden, ist bei der Bevölkerung noch verbreitet, was den Marktanteil von Frischfleisch und verarbeiteten Produkten einschränkt.
  • Technologieunterschiede: Der technologische Entwicklungsstand ist ungleichmäßig, konzentriert sich hauptsächlich auf große Unternehmen, während kleine Betriebe und Produzenten noch veraltete Geräte verwenden.

VISION 2030: AUFBAU EINER GESCHLOSSENEN UND NACHHALTIGEN WERTSCHÖPFUNGSKETTE

Um die genannten Einschränkungen grundlegend zu lösen, hat das Projekt 1740 einen klaren Fahrplan bis 2030 vorgegeben:

  • Standardisierung der Schlachtung: Erhöhung des Anteils der industriellen zentralen Schlachtung auf 70 % bei Großvieh und 50 % bei Geflügel; schrittweise Eliminierung kleiner Betriebe, die nicht den tierärztlichen Hygienestandards entsprechen.
  • Förderung der Tiefenverarbeitung: Steigerung des Anteils verarbeiteten Fleisches auf 40 – 50 %, mit Fokus auf Frischfleisch, standardisiertes Gefrierfleisch und praktische Lebensmittel für den Export.
  • Entwicklung der Kühlkette: Die Infrastruktur zur Kaltlagerung wird als entscheidender Faktor angesehen, um Verluste zu reduzieren und die Fleischqualität zu verbessern.
  • Ausweitung sicherer Seuchenregionen: Entwicklung von Rohstoffregionen mit Standards, Förderung der elektronischen Rückverfolgbarkeit und Bildung von Verbundclustern „Viehzucht – Schlachtung – Verarbeitung“.

Bis Ende 2025 wurden landesweit 3.465 Betriebe und sichere Seuchenregionen zertifiziert. Dies bildet eine solide Grundlage, damit die Viehzuchtbranche das Ziel eines Exports von 3,0 – 4,0 Milliarden USD bis 2030 erreichen kann.

Eine nachhaltige Entwicklung der Schlacht- und Fleischverarbeitungsindustrie erfordert eine abgestimmte Vorgehensweise in Planung, Technologie, Politik und der Stärkung der Seuchenbekämpfungskapazitäten. Die Begleitung der Viehzüchter beim Aufbau sicherer Rohstoffregionen und die Einhaltung strenger Qualitätsstandards werden der Schlüssel zur Verwirklichung dieser strategischen Ziele sein.

Thùy Khánh

Quelle: https://nguoichannuoi.vn/