🔘 Verringerte Futteraufnahme: Wenn die Temperatur im Stall um 10°C steigt (im Temperaturbereich von 32 - 38°C), sinkt die Futteraufnahme um etwa 5 %. Um die Abgabe von Körperwärme zu begrenzen, fressen die Hühner weniger, Stresshormone werden ausgeschüttet und der Stoffwechsel verlangsamt sich. Die Durchblutung des Dünndarms nimmt ab, was die Sekretion der Verdauungsenzyme verringert und somit die Fähigkeit zur Nutzung und Aufnahme der Nährstoffe im Futter reduziert.
- Entstehung von Krankheiten: Die Hühner müssen den Schnabel öffnen, um die Wärme schneller an die Umgebung abzugeben. Dabei können Bakterien und Staub leichter in den Schnabel gelangen und Atemwegserkrankungen verursachen.
- Eierschalenqualität: Während der Zeit, in der die Hühner hohen Temperaturen ausgesetzt sind, reagieren sie mit einer erhöhten Atemfrequenz (Mundatmung), wodurch mehr CO2 abgegeben wird. Dies führt zu einer „respiratorischen Alkalose“ und einem erhöhten Blut-pH-Wert. Um den pH-Wert auszugleichen, nutzt der Körper basische Mineralien (Calcium). Dies senkt den Calciumspiegel im Blut und beeinträchtigt dadurch die Qualität der Eierschale.
🔘 Ernährungsmanagement
- Fütterung: In der heißen Jahreszeit reduzieren Hühner ihre Futteraufnahme, daher sollte Futter mit hohem Proteingehalt bereitgestellt werden. Es ist wichtig, Futter mit geeigneten Nährstoffgehalten auszuwählen. Die Fütterung kann auf kühlere Tageszeiten verlegt werden (frühmorgens oder abends). Bei Hitze sollte nicht gefüttert werden. Elektrolyte und Vitamine sollten dem Futter zugesetzt werden. Die Zugabe von Na4Cl und NaHCO3 verbessert den pH-Wert. Besonders NaHCO3 in einer Menge von 25 g pro kg Futter hilft, die Verschlechterung der Eierschalenqualität zu beheben. Zusätzlich kann Vitamin D die Calciumaufnahme verbessern und die Eierschalenqualität steigern. Vitamin E erhöht die Legeleistung, das Eiergewicht und die Futteraufnahme. Einige Studien zeigen außerdem, dass die Zugabe von Fett zum Futter bei Masthühnern die Futteraufnahme und die Reproduktionsleistung verbessert.
- Futter- und Fütterungssystemmanagement: Bei heiß-feuchtem Wetter neigt das Futter leicht zur Schimmelbildung. Besonders wichtig ist, dass kein Wasser in das Fütterungssystem gelangt. Das Futter sollte in angemessener Menge bereitgestellt und nicht zu lange gelagert werden. Silos sollten regelmäßig gereinigt werden, um Schimmelbildung zu verhindern. Tagsüber kann der Silodeckel geöffnet werden, um Wärme entweichen zu lassen, nachts sollte er geschlossen werden. Außen am Silo kann eine Isolierung angebracht werden, um eine zu hohe Temperatur zu vermeiden.
- Die Fütterung sollte zu kühlen Zeiten erfolgen (frühmorgens oder abends). Die automatische Fütterung sollte die letzte Mahlzeit 1 - 2 Stunden vor dem Lichtausmachen einstellen.
🔘 Trinkwassermanagement
- Durch die erhöhte Atemfrequenz verlieren die Hühner mehr Wasser, daher muss die Wasseraufnahme erhöht werden. Die Wasserversorgung und -anlagen sollten überprüft und ausreichend kühles Wasser bereitgestellt werden. Normalerweise trinken Hühner das Doppelte der Futtermenge. Bei Hitze kann die Wasseraufnahme 4 - 8 Mal so hoch wie die Futteraufnahme sein. Die Wassertemperatur darf 25°C nicht überschreiten. Eis kann in den Wassertank gegeben werden, um die Temperatur zu senken. Wasser hilft, die Entwicklung schädlicher Bakterien und Schimmelpilze zu hemmen und Krankheiten zu reduzieren. Die Wasserqualität sollte regelmäßig überprüft werden.
- Es sollte stets ausreichend sauberes und kühles Wasser zur Verfügung stehen. An heißen Tagen sollten Wasserbehälter nicht geleert oder ausgesetzt werden. Die Wassermenge kann erhöht und zusätzliche Tränken, Wasserleitungen oder unterirdische bzw. isolierte Wasserbehälter installiert werden, um das Wasser kühl zu halten. Dem Trinkwasser kann 0,23 % Salz zugesetzt werden, um die Wasseraufnahme der Hühner zu erhöhen.
- Zusatz von Vitaminen und Mineralstoffen: Um die Gesundheit der Legehennen wiederherzustellen, sollten Mineralien und Vitamine dem Trinkwasser zugesetzt werden. Die Vitamine A, C und E stärken das Immunsystem der Körperzellen. Die Zugabe von Vitamin C in einer Konzentration von 1 g pro Liter Trinkwasser hilft, den Stresshormonspiegel (Corticosteron) zu senken.
Quelle: Der Tierhalter (Đông Phương)
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