KONTROLLE DER ANSTECKENDEN MUND- UND KLAPPENENTZÜNDUNG BEI ZIEGEN
Ursache
Die Krankheit wird durch einen Virus verursacht, der das Epithel angreift. Ziegen und Schafe können beide erkranken, der Virus befällt Ziegen jeden Alters. Charakteristisch für die Krankheit sind entzündliche Geschwüre im Maul, die dazu führen, dass die Ziege nicht fressen kann, und die Zicklein nicht saugen, was zu einer verminderten Widerstandskraft führt und somit die Anfälligkeit für Folgeerkrankungen erhöht.
Epidemiologische Merkmale
Der Virus dringt durch verletzte Hautstellen oder Schleimhäute ein, die durch scharfe Gräser oder Pflanzen im Maul aufgerieben wurden. Außerdem erfolgt die Übertragung auch durch die Hände der Pfleger oder durch Geräte. Die Erkrankungsrate bei Ziegen liegt oft bei bis zu 100 %. Die Sterblichkeitsrate durch Verhungern oder Sekundärinfektionen kann bis zu 20 % betragen.
Symptome
Die Krankheit beginnt meist an den Lippen und breitet sich schnell auf das Kinn und die Nasenspitze aus. Zu Beginn erscheinen kleine Knötchen, etwa so groß wie grüne Erbsen. Diese entwickeln sich rasch zu Bläschen und Eiterpusteln, die aufbrechen und harte, raue Krusten bilden. Unter der Kruste befindet sich eine gelbliche, schleimige Schicht, manchmal mit Blut und Eiter vermischt. Das Tier hat Schwierigkeiten beim Fressen und Schlucken, leidet unter Schmerzen, verweigert oft die Nahrung, sabbert, die Nasenlöcher sind durch Schleim verstopft und das Atmen fällt schwer.
Pathologische Befunde
Die Läsionen können an den Augenlidern, dem Afterrand, den Schamlippen, der Schwanzfalte, den Zitzen und dem Hodensack auftreten. An den Beinen finden sich warzenartige, mit Erde verklebte, nässende und blutende Stellen. Geschwüre können auf der Zunge oder der Mundschleimhaut erscheinen, bedeckt mit einer weißen Belagschicht. Die Ziege ist schmerzhaft, frisst schlecht und sabbert mit üblem Geruch. In solchen Fällen ist eine Sekundärinfektion leicht möglich. Die gefährlichsten Komplikationen sind Entzündungen von Magen, Darm, Luftröhre und Lunge.
Die Krankheit verläuft über 4 bis 6 Wochen, die Entzündungsphase dauert bis zum 5. Tag, die Phase mit Eiterpusteln und Krusten vom 10. bis 15. Tag, danach bilden sich fleischige Wucherungen. Bei mildem Verlauf kann das Tier innerhalb von 3 Wochen genesen. Ohne Sekundärinfektionen heilen die Läsionen von selbst ab, das Gewebe regeneriert sich und es bleiben keine Narben zurück.
Diagnose
Klinische Diagnose: Basierend auf den klinischen Symptomen wie Bläschen an Lippen, Maulwinkel, Zitzen, Schamlippen und Hodensack, jedoch ohne Bläschen an den Hufnägeln. Wichtig ist die Abgrenzung zu Maul- und Klauenseuche sowie Ziegenpocken.
Labordiagnose: Proben (Krusten, Bläschen) werden zur Virusuntersuchung an Labore geschickt.
Vorbeugung
Regelmäßige Reinigung und Desinfektion von Stall, Futter- und Tränkeeinrichtungen.
Neu eingestellte Ziegen sollten mindestens 2 Wochen isoliert werden.
Die Ziegen sollten ausreichend und bedarfsgerecht ernährt werden.
Behandlung
Kranke Tiere isolieren. Die Ausbreitung durch Staub vermeiden. Ziegen auf getrennten Wegen führen, nicht auf bereits infizierten Weiden grasen lassen.
Da es sich um eine Virusinfektion handelt, sind Antibiotika wirkungslos. Bei sekundären bakteriellen Infektionen sollten Antibiotika wie Streptomycin, Tetracyclin, Ampicillin, Penicillin, Amoxicillin oder antibiotische Salben auf die Wunden aufgetragen werden.
Methylenblau oder Jodlösung 2-3 mal täglich auf die Geschwüre auftragen.
Den Ziegen weiche, junge Nahrung geben und die Gesundheit durch Vitamin A, B usw. stärken.
Stall, Geräte und Tiere müssen gereinigt und desinfiziert werden. Der Stallboden sollte umgegraben und abgebrannt werden. Nach der Genesung die Ziegen mit desinfiziertem Wasser baden.
Hinweis: Pfleger können sich leicht bei Kontakt mit den Tieren anstecken. Daher sollten sie beim Umgang mit kranken Ziegen Handschuhe tragen und nach der Pflege sowie dem Umgang mit Geräten sorgfältig desinfizieren.
Quelle: Tierhalter (Nguyễn An)


